Laden der Hauptseite zum Projekt Schierlings-WasserfenchelE + E - Vorhaben "Pilotprojekt Schierlings-Wasserfenchel"
Ein Projekt des Botanischen Vereins zu Hamburg e. V.

Einleitung

Kartierungen von BELOW (1997) und KURZ et al. (1997) aus den Jahren 1994-96 hatten ergeben, dass der Schierlings-Wasserfenchel (Oenanthe conioides) nur noch verstreut anzutreffen war. Es wurden 12 Standorte beschrieben. Im Rahmen einer Magisterarbeit an der Universität Lüneburg (BELOW 1997) wurden, ausgehend von der Bestandserfassung, die Ursachen für den Rückgang und Gründe für die Gefährdung ermittelt (vgl. BELOW et al. 1996, BELOW & HOBOHM 1998, BELOW 1999). Eine erarbeitete Schutzkonzeption fordert u.a. die Neugestaltung von Tidebiotopen.

In den Jahren 1998 und 1999 wurde im Auftrag des Amtes für Gewässer- und Bodenschutz der Umweltbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg ein Projekt zur Ansiedlung des Schierlings-Wasserfenchels in einem Hafenbecken der Elbe durchgeführt (OBST et al. 1999). Trotz der Untersuchungen und der Ansiedlungsversuche war das Wissen über die Populationsbiologie und Ökologie der Art nicht ausreichend, um ein fundiertes Konzept zum Schutz der Art erarbeiten zu können. Dies ist der Hintergrund für das vorliegende E+E-Vorhaben, das von Februar 2000 bis September 2004 vom Botanischen Verein zu Hamburg e.V. durchgeführt wurde.

Leitziele

Bei dem E+E-Vorhaben handelt es sich um ein Pilotprojekt, das die Ausbreitung der nach FFH-Richtlinie "prioritären" Art fördern und als Vorbild für Schutzmaßnahmen zur nachhaltigen Sicherung ihres Lebensraums an der Elbe dienen soll. Ziel war die Entwicklung und Erprobung von Maßnahmen zur Ansiedlung des Schierlings-Wasserfenchels.

Diese Untersuchungen wurden aus methodischen Gründen teilweise ex situ (in einer Tide-Simulationsanlage im Botanischen Garten) durchgeführt.

Der Pflanzenartenschutz bildete den Kern des Projektes. Der Schierlings-Wasserfenchel kann dabei als Indikatorpflanze für den vielfältigen Tidelebensraum gelten. Die Maßnahmen haben daher auch zur Auenregenerierung und zum Biotopschutz beigetragen. Durch die Schaffung eines Prieles wurden Tide-Süßwasserbiotope neu entwickelt und diese Bereiche im Elbvorland der Tidedynamik "zurückgegeben". Die bei den Ansiedlungsversuchen gewonnenen Erkenntnisse können als Grundlage für mögliche spätere Ansiedlungsversuche dienen. Die begleitenden Untersuchungen zur Biologie der Art haben eine erfolgreiche Ansiedlung der Pflanze gewährleistet und zu einer zeitnahen Optimierung der Durchführung des Hauptvorhabens beigetragen.

 


Rückgang der Lebensräume seit 1814 (Dissertation Preisinger)

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Blühender Schierlings- Wasserfenchel - Hamburg, Juli 1998. Foto: K. Janke

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aktuelle Verbreitung

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NSG Heuckenlock, natürliche Flußdynamik wie hier ist eine Seltenheit