Laden der Hauptseite zum Projekt Schierlings-WasserfenchelE + E - Vorhaben "Pilotprojekt Schierlings-Wasserfenchel"
Ein Projekt des Botanischen Vereins zu Hamburg e. V.

Prielanlage am Overhaken

Häufige Standorte des Schierlings-Wasserfenchels (Oenanthe conioides) sind die tidebeeinflussten Ufer von Prielen im Süßwassergezeitenbereich der Elbe. Als wesentlicher Bestandteil des E+E-Vorhabens sollten Ansiedlungsversuche der Art am naturnahen Standort erfolgen. Um einen möglichst naturnahen Biotop für die Durchführung von Ansiedlungsversuchen als Grundlage für die nachhaltige Sicherung des Lebensraumes dieser Art zu schaffen, wurde ein Priel im Gebiet Overhaken (Land Hamburg, Bezirk Bergedorf) angelegt. Die Vorarbeiten sowie die Anlage des Priels wurden im Jahr 2000 durchgeführt.

Der größte Teil der Vorhabenfläche wurde sehr extensiv als Grünland bewirtschaftet. Ein breiter Streifen am sandigen Elbufer wurde von Röhrichten sowie Weidengebüschen und -gehölzen eingenommen. Letztere gehen in größeren Teilen auf Anpflanzungen zurück. Im Süden der Fläche befand sich eine v.a. mit Wasser-Schwaden und Rohr-Glanzgras bestandene Senke, die bei höheren Fluten aufgrund der in diesem Bereich niedrigeren Ufer episodisch überflutet wurde. Die hieran angrenzenden, nicht gemähten Bereiche wurden von einer ruderal geprägten Gras- und Staudenflur eingenommen.

Der überwiegende Teil des Priels wurde in die landseitig an die Gehölzbereiche angrenzenden Grünlandflächen und die Gras- und Staudenfluren gelegt. Für die Anbindung an die Elbe bot sich der episodisch überschwemmte, niedrig gelegenere Uferabschnitt im Süden der Vorhabenfläche an. Hierdurch konnte der Aushub deutlich vermindert und aufgrund der flachen Uferböschungen auf eine Befestigung der Prielufer verzichtet werden. Zudem wurde ein Eingriff in die Gehölzbestände weitgehend verhindert, was sowohl aus naturschutzfachlichen Gründen als auch aus Gründen des Elb-Uferschutzes angestrebt wurde.

Ziel der Prielanlage war die Schaffung eines Lebensraums für den Schierlings-Wasserfenchel auf der Grundlage des bisherigen Kenntnisstandes hinsichtlich geeigneter Standortverhältnisse (Böschungsneigung, Substrat, Lage zur Mittleren-Tidehochwasserlinie (MThw) u.a.). Im Mai 2000 wurde der etwa 270 m lange und zwischen 30 und 40 m breite Priel im Vorland des Overhakens angelegt.

Die periodisch überschwemmten Ufer dieses neuen Tidebiotops wurden vielfältig gestaltet, um die Entstehung eines großen Spektrums kleinflächig variierender Standortbedingungen zu gewährleisten. Die Böschungsneigungen der Ufer schwanken zwischen 5 und 11°. Da der Untergrund im Bereich Overhaken sandig ist, wurde für die Herstellung eines typischen Standortes des Schierlings-Wasserfenchels in Teilen der Prielböschungen Klei (durch Bodenbildung aus Schlick entstandener, entkalkter Marschenboden, bestehend aus tonigem, schluffigem und feinsandigem Material) aufgebracht.

Darüber hinaus wurde ein Teil des Priels durch eine Verwallung vom übrigen Priel abgetrennt. Über ein Rohr konnte hier stark gedämpft, die Tide ein- und ausschwingen. In diesem Bereich erfolgte das Aufbringen von Schlick. Der Wall verhindert das sofortige Abschwemmen des aufgebrachten Sedimentes. Der Rückbau des Walls wurde als letzte Maßnahme im Spätsommer 2004 durchgeführt, so dass auch dieser Bereich seit dem Abschluss des E+E-Vorhabens der Tide frei zugänglich ist.

Biotope vor der Prielanlage:

  1. Außendeichswiesen, artenreich
  2. Weiden- und Röhrichtbestände im Uferbereich der Elbe
  3. Röhricht in episodisch überschwemmter Senke
  4. Halbruderale Gras- und Staudenflur frischer bis mäßig feuchter Standorte

(Die Biotopkartierung wurde 2000 durch das Büro Planula durchgeführt)

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Anlage des Priels im Elbvorland im Bereich Overhaken (Hamburg), Mai 2000 (Fotos H. Kurz)

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Priel kurz nach seiner Fertigstellung; deutlich zu erkennen sind die abschnittsweise aufgebrachten Kleilagen, Mai 2000.

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...3 Monate später

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Der Priel aus der Luft, Mai 2001 (Foto. Neubecker)