Laden der Hauptseite zum Projekt Schierlings-WasserfenchelE + E - Vorhaben "Pilotprojekt Schierlings-Wasserfenchel"
Ein Projekt des Botanischen Vereins zu Hamburg e. V.

Ansiedlungsversuche

...am Priel in Overhaken...

An den Ufern des im Mai 2000 angelegten Priels wurde der Schierlings-Wasserfenchel auf unterschiedliche Weise angesiedelt. Dabei zeigten Pflanzung auf offenem Boden und zwischen vorhandene Vegetation sowie Ansaat in vegetationsfreie Bereiche die besten Resultate. Ansaat in dichte Vegetation und Ausbringung von diasporenhaltigem Elbschlick waren dagegen weniger erfolgreich. Bei Ansaaten in vorhandene Vegetation kommt aus Lichtmangel nur ein geringer Teil der Diasporen zur Keimung, auch behindert die Konkurrenz der Begleitvegetation (vor allem Nasturtium officinale) die Entwicklung vom Keimling zum Rosettenstadium und damit die kritische Phase der Etablierung. In wind- und wellenexponierten Bereichen macht die hohe mechanische Belastung eine Etablierung nahezu unmöglich. Oenanthe conioides entwickelt sich auf Kleiboden (d.h. auf dichtem, feinerdereichen Substrat) sehr viel besser als auf Sand. Mögliche Gründe sind die bessere Verwurzelung, eine ausreichende Nährstoffversorgung sowie geringe Sedimentbewegungen.

Die Ansaaten auf offenen Boden waren am erfolgreichsten auf mittleren Höhenlagen zwischen 0,75 und 0,5 m unter MThw. Nach unten begrenzen offenbar die langen Überflutungszeiten und nach oben die Konkurrenz der Begleitvegetation den Aufwuchserfolg. Das Einbringen vorgezogener Pflanzen war am erfolgreichsten auf höher gelegenen Flächen zwischen 0,5 und 0,25 unter MThw. Hier konnte sich Oenanthe conioides aufgrund ihres Entwicklungsvorprungs gegenüber den erst spät im Jahr stärker aufkommenden Röhrichtarten durchsetzen.

Bis zum Abschluss der Untersuchungen im Jahr 2003 hatte sich am neuen Priel eine Population des Schierlings-Wasserfenchels entwickelt, die nach dem alt-etablierten spontanen Vorkommen im NSG Heuckenlock die höchste Individuenzahl aller bekannten Standorte des aufwies. Die künstliche Ansiedlung des Schierlings-Wasserfenchels im neuen Priel war also erfolgreich.

...an Naturstandorten...

Die Ergebnisse der Ansiedlungsversuche am neuen Priel zeigen, dass es möglich ist, den Schierlings-Wasserfenchel an der Elbe anzusiedeln.

Der Erfolg der Auspflanzungen an weiteren Standorten war allerdings aus folgenden Gründen sehr unterschiedlich: Ein Standort an der neu rückgedeichten Spadenländer Spitze erwies sich als ungeeignet. Vermutlich aufgrund einer dicken Algendecke waren hier auch kaum andere höhere Pflanzen zu finden. Standorte am Wrauster Bogen und im Moorburger Hafen waren dagegen passend und es wurden recht gute Erfolge erzielt. Bis zu einem Viertel der Pflanzen waren an diesen Standorten auch im darauffolgenden Jahr noch vorhanden, viele von ihnen waren reproduktiv.

Der Auspflanzungstermin hatte ebenfalls einen Einfluss auf den Erfolg. Die Auspflanzung im Winter war quasi erfolglos, die Zeit von Juni bis August dagegen geeignet.

Es zeigte sich außerdem, dass der Zustand der Pflanzen zur Zeit der Pflanzung von Bedeutung ist. Kleine und beschädigte Pflanzen haben deutlich geringere Überlebens- und Reproduktionschancen. Ein Vorziehen der Pflanzen bis zum Stadium einer großen Rosette mit über 30 cm Durchmesser erscheint vorteilhaft.

Weiterhin haben besondere Witterungsverläufe, wie das lang andauernde Hochwasser im Sommer 2002, einen Einfluss auf den Etablierungserfolg.

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Priel etwa 14 Wochen nach seiner Fertigstellung. An der Böschung hat sich inzwischen ein dichter Pflanzenbewuchs entwickelt, September 2000
Aussaat
Pflanzung
Schlickautrag
(Fotos Planula)