Laden der Hauptseite zum Projekt Schierlings-WasserfenchelE + E - Vorhaben "Pilotprojekt Schierlings-Wasserfenchel"
Ein Projekt des Botanischen Vereins zu Hamburg e. V.

Phänologische Untersuchungen in Dauerquadraten

Zur Beobachtung der phänologischen Entwicklung natürlicher Populationen wurden an ausgewählten Standorten Dauerquadrate angelegt. Die in den Quadraten wachsenden Pflanzen des Schierlings-Wasserfenchels wurden in den Jahren 2001 und 2002 vier bis fünf mal jährlich mittels eines phänologischen Schlüssels aufgenommen, um Erkenntnisse über den zweijährigen Entwicklungszyklus der Art, über Keimungsperioden, Überwinterung und Diasporenproduktion zu gewinnen.

Es wurde festgestellt, dass die Hauptkeimung von April bis Mai stattfindet, eine zweite Keimungsperiode aber in den Herbst fällt, direkt nach der Diasporenausstreu. Die Blüh- und Fruchtphase sind nicht klar zu trennen, die Blüte beginnt im Juni/Juli und geht nahtlos in die Fruchtphase über, die in Jahren mit früher Vegetationsentwicklung Ende Juli, ansonsten etwa Ende August endet. Ein Engpass der Populationsentwicklung liegt im Frühsommer, zur Zeit der Keimlingsetablierung, ein weiterer im Winter, den nur wenige Rosetten überleben. Winterliches Überleben ist abhängig von den Standortverhältnissen. Eine dichte Laubstreuauflage und hohe mechanische Belastungen wirken sich negativ auf die Überwinterungsfähigkeit aus.

Zur Ermittlung der Diasporenproduktion wurde bei jeder Pflanze die genaue Anzahl der Dolden, der Döldchen an drei typischen Dolden und der Blüten an drei typischen Döldchen gezählt.

Die Doldenzahl reichte von einer Dolde bis zu 356. Sie ist offensichtlich abhängig von der Pflanzenhöhe, dem Erhaltungszustand und der Anzahl von Verzweigungen. Die Mittelwerte lagen bei 70 Dolden. Abzüge ergeben sich, weil etwa ein Fünftel der Dolden so spät gebildet wird, dass es nicht mehr zur Fruchtreife gelangt.
Die errechnete Diasporenproduktion der Pflanzen an den natürlichen Standorten lag im Mittel bei etwa 4600 Doppelsamen.

Zwischen den ausgewerteten Pflanzenbeständen gibt es auffällige Unterschiede. Am neu angelegten Priel am Overhaken ist die Blüten- und Diasporenproduktion am höchsten. Es zeigt sich, dass optimale Wuchsbedingungen weitgehend ohne Beschattung und ohne Konkurrenz sich auf die Reproduktionsleistung der Pflanzen sehr positiv auswirken. Im Schnitt wurden zweieinhalbmal so viele Diasporen produziert, wie an den natürlichen Standorten im gleichen Sommer. Die Mittelwerte für die natürlichen Standorte im Sommer 2002 fielen noch viel geringer aus. Hier wurde weniger als ein Drittel der Blüten- und Diasporenproduktion des vorangehenden Sommers erreicht. Diese niedrigen Werte sind z. T. auf starke Fraßschäden an den Dolden zurückzuführen.

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Direkt nach der Ausstreu der Diasporen...

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..beginnt die Keimung.