Laden der Hauptseite zum Projekt Schierlings-WasserfenchelE + E - Vorhaben "Pilotprojekt Schierlings-Wasserfenchel"
Ein Projekt des Botanischen Vereins zu Hamburg e. V.

Keimungsökologie und Samenbank

Für das Überleben einer kurzlebigen, zweijährigen Pflanzenart ist die Dynamik der Samenbank und die Rekrutierung der Pflanzen von grundlegender Bedeutung. Nachdem bereits früher das Vorhandensein einer großen Samenbank im Sediment der Elbe angenommen wurde, konnte dies nun mit Zahlen belegt werden: Zumindest im Sediment des langjährig stabilen Hauptverbreitungsgebietes im NSG Heuckenlock liegt mit 272 Samen pro m2 eine gut ausgebildete Samenbank vor. Über die Verfügbarkeit des Samenvorrates und über die Größe der Samenbank in anderen Gebieten können keine exakten Aussagen gemacht werden.

Die Keimung von Oenanthe conioides wird vor allem vom Licht gesteuert. Wasserüberstau und konstante Temperaturen hemmen sie, aber bereits ein Tag-Nacht-Wechsel der Temperatur von 4°C reichen für eine optimale Keimung aus. Niedrige Temperaturen verzögern die Keimung. Eine Dormanz liegt wahrscheinlich nicht vor. Oenanthe conioides verhält sich in der Keimungsökologie ähnlich wie die nahe verwandte Oe. aquatica, aber es gibt einen wesentlichen Unterschied: Sie keimt besser unter Tidebedingungen, d.h. unter hohen Temperaturfluktuationen bzw. niedrigen Nachttemperaturen, und kann dadurch möglicherweise später im Herbst und zeitiger im Frühjahr auflaufen als ihre Verwandte. Tide scheint also für die Konkurrenzfähigkeit der Art auch gegenüber dem Gemeinen Wasserfenchel nötig zu sein. Die Art ist damit für ihre Keimung auf vegetationsfreie Störstellen ohne langen Wasserüberstau angewiesen. Dies ist bei der Schaffung von neuem Lebensraum für die Art zu beachten. Die natürliche Dynamik an diesem Standort muss ausreichen, damit auch langfristig immer wieder die für die Keimung benötigten Störstellen entstehen.


Typischer Keimling von Oenanthe conioides, Heuckenlock